Beispiel 1 der EPK2022-01-17T11:53:39+01:00

Beschaffungsprozess von Rohwaren und Vorprodukten der Holzindustrie als EPK

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In diesem Beispiel wird die EPK-Notation verwendet, um einen typischen Beschaffungsprozess eines Möbelherstellers zu visualisieren. Die Prozesskette beginnt mit der Erkennung des Bedarfs von Rohwaren und Vorprodukten des Möbelproduzenten und endet mit dem Empfang der jeweiligen Produkte. Zur besseren Übersicht wird der Prozess im Folgenden in vier Grafiken unterteilt, die jeweils separat erläutert werden.

Nachdem der Bedarf bekannt ist, wird ein Abgleich mit den im Lager vorrätigen Rohwaren und Vorprodukten vorgenommen. Typischerweise werden Bedarf und Lagerhaltung in einem ERP-System gespeichert. Der Bedarfsabgleich erfolgt in der Regel vollautomatisiert.

Beispiel Holzindustrie Beschaffungsprozess-EPK-1

Die möglichen Ereignisse nach dem Bedarfsabgleich sind „Bedarf im Lager vorrätig“, „Lieferant zur Beschaffung bekannt“ oder „Neuer Lieferant benötigt“. Aufgrund des „EXKLUSIV-ODER“ wird genau eins der drei möglichen Ereignisse ausgelöst. Wenn die Produkte bereits vorrätig sind, wird der Prozess erfolgreich beendet. Die Notwendigkeit eines neuen Lieferanten führt zum Start eines separaten Prozesses, der weiter unten dargestellt ist. Der Anfang dieses separaten Prozesses der Suche nach einem neuen Lieferanten ist durch den blauen Ereignis-Block gegeben. Dieser dient als Sprungmarke zu dem neuen Prozess, der hier zu sehen ist. Das dritte Ereignis ist „Lieferant zur Beschaffung bekannt“, das die Funktion „Beschaffungsauftrag formulieren und prüfen“ anstößt. Nachdem Ereignis „Auftrag erstellt“ wird der Beschaffungsauftrag an den Lieferanten versendet.
Beispiel Holzindustrie Beschaffungsprozess-EPK-2

Danach werden zwei Funktionen parallel ausgelöst. Die Produkte werden erwartet und der Auftrag wird in einer Datenbank gespeichert. Typischerweise erfolgt die Speicherung des Beschaffungsauftrags in dem ERP-System des Unternehmens. Sind die Produkte eingetroffen, ist der Prozess erfolgreich abgeschlossen. Der Prozess geht weiter hier, wenn die Produkte nicht eingetroffen sind. Es wird typischerweise eine Bewertung des Lieferanten vorgenommen. Wesentliche Kriterien der Leistungsbeurteilung sind die Geschwindigkeit der Lieferung und das Übereinstimmen der vereinbarten Produktmerkmale mit denen der erhaltenen Produkte.

Beispiel Holzindustrie Beschaffungsprozess-EPK-3

In dem Fall, in dem das bzw. die Produkte nicht eingetroffen sind, werden parallel zwei Funktionen ausgelöst. Der Lieferant wird einerseits kontaktiert und andererseits wird das Problem analysiert. Die Bandbreite der gleichen Funktionen werden erneut ausgelöst, bis das Problem gefunden und erfolgreich gelöst ist. Die Problemlösung löst die Funktion des Wartens auf das Produkt aus.
Beispiel Holzindustrie Beschaffungsprozess-EPK-4

Dieser Schritt wird von hier verlinkt, wenn es ein Bedarf eines neuen Lieferants gibt. Der Prozess der Suche nach einem neuen Lieferanten beginnt mit der Ermittlung von vielen Lieferanten, die die Anforderungen prinzipiell erfüllen. Die in der Regel lange Liste der möglichen Lieferanten nennt man „Long List“. Typischerweise werden diese Lieferanten anhand von zentralen Auswahlkriterien (z.B. Bonität, Qualität, Erfahrungen im eigenen Unternehmen) bewertet. Diejenigen Lieferanten, die die Anforderungen gut erfüllen, kommen auf die „Long List“, die die engere Auswahl repräsentiert.

Zur Vereinfachung wird in dem dargestellten Prozess auf eine Vorselektion der Lieferanten verzichtet und es wird eine Angebotsanfrage an die Lieferanten gerichtet. Falls Lieferanten ihr Angebot nicht rechtzeitig abgeben, erfolgt eine (einmalige) Erinnerung. Dies erfolgt durch die Funktion „Erinnerungsnachricht schicken“. Nachdem Eingang der Angebote wird die Funktion „Angebote analysieren und Lieferant auswählen“ ausgeführt. Das Ergebnis besteht in einem Anbieterentscheid, repräsentiert durch das Ereignis „Lieferant ausgewählt“. Nach diesem Ereignis wird die Funktion Beschaffungsauftrag formulieren und prüfen.

Beispiel Holzindustrie Beschaffungsprozess-EPK-5

Die Prozesskette gilt beispielsweise in der Industrie für die Unternehmen Frommholz, Rolf Benz, Walter Knoll, usw.

EPK-Beispiel des Beschaffungsprozesses

FAQ zur EPK

Wer ist die Zielgruppe der EPK?2021-11-25T12:05:09+01:00

Besonders hilfreich ist die EPK für die Mitarbeiter, die zum ersten Mal mit Prozessen in Kontakt kommen. Zum Beispiel während der Einarbeitung des Personals, um sich nicht nur mit den Prozessen selbst, sondern auch mit der zugehörigen Prozessstruktur vertraut zu machen. …mehr

Was bedeutet eine Organisationseinheit in einer EPK?2021-11-25T10:31:05+01:00

Eine Organisationseinheit ist ein Element einer eEPK. Eine Organisationseinheit ist eines der beiden Elemente, die die eEPK im Vergleich zu der EPK erweitern. Dieses Element wird immer mit einer Funktion verbunden. Die Verbindung macht deutlich, wer den jeweiligen Prozessschritt ausführt. Die Verbindung zwischen einer Organisationseinheit und einer Funktion ist ungerichtet. Beispiele für eine Organisationseinheit sind „Vertrieb“ oder „Produktion“. Das am Ende dieses Kapitels gezeigte Beispiel verwendet das Element der Organisationseinheit. Typischerweise werden Organisationseinheiten in eEPKs auch verwendet, um die Verantwortung für einen Prozessschritt (Funktion) einer eindeutigen Person zuzuweisen. Hier gelangst du zu dem Kapitel.

Kann ich die EPK auch horizontal darstellen?2021-11-25T12:02:19+01:00

Es gibt keine Vorschriften, dies nicht zu tun. Jedoch musst du die Reihenfolgeregel stets berücksichtigen. Hier kannst du Weiteres über die Regeln einer EPK nachlesen.

Können zwei Ereignisse hintereinander eintreten?2021-11-25T10:32:11+01:00

Nein, die Ereignisse und Funktionen in einer EPK treten stets im Wechsel auf.

Was bedeutet ein Verbindungspfeil in der EPK?2021-11-25T11:52:33+01:00

Der Fluss des Prozesses wird anhand von Verbindungspfeilen und Konnektoren modelliert. Die Ausrichtung der Prozesskette läuft von oben nach unten. Der Verbindungspfeil ist ein gerichteter Pfeil zwischen zwei Elementen.

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EPK Übersicht
EPK Beispiel – Bestellprozess beim Möbelhändler

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