Was bedeutet originäre Linienorganisation?

Unabhängig von der Art des ausgeführten Projektmanagements verfügen die meisten Unternehmen über eine originäre Linienorganisation. Das bedeutet, dass jeder in dem Unternehmen eine hierarchische Position mit zugewiesenen Aufgaben einnimmt. Ob diese Hierarchien flach oder tief sind, hängt vom Unternehmen selbst ab. Startups haben beispielsweise fast immer eine flache Hierarchie und neigen auch mehr zum agilen Arbeiten. Konzerne sind dagegen tendenziell hierarchisch aufgestellt, sodass der „einfache Mitarbeiter“ mit dem Geschäftsführer und Vorstand kaum oder gar nicht in Kontakt kommt. Die Linienorganisation ergibt sich, indem (neue) Mitarbeiter dazu benannt werden, bestimmte Aufgaben, Entscheidungskompetenzen und Weisungsbefugnisse zu übernehmen. Es gibt immer einen Verantwortlichen für einen bestimmten Bereich, ihm sind dann weitere Mitarbeiter unterstellt und je nach Größe des Unternehmens oder Größe des Bereichs setzt sich das weiter fort.

Die originäre Linienorganisation überträgt sich in vielen Fällen auf das Projektmanagement des Unternehmens. So wird für ein Projekt in einem bestimmten Bereich immer ein entscheidungsbefugter Manager (zum Beispiel der Bereichsleiter) die Rolle des Auftraggebers übernehmen. Je nach Größe des Projektes und/oder erforderlichen Professionalität des Projektmanagements in dem jeweiligen Unternehmen übt der Projektmanager diese Aufgabe hauptverantwortlich oder als Nebentätigkeit beziehungsweise übergangsweise aus. In der Nebentätigkeit steuert er aus seiner gewöhnlichen Position in der Linienorganisation sein Team und behält die Prozesse und Ergebnisse im Blick. Das hat für das Projektmanagement viele Vorteile. Insbesondere, dass das Projekt schnell starten kann und die Rollen mit Fachwissen klar verteilt sind. Das wirkt sich wiederum positiv auf den Prozess und das Ergebnis aus.

Nachteilig an einem Projektmanagement aus der Linie ist die Ressourcenknappheit, da der Projektmanager neben der Projektaktivität noch eine Linienaufgabe innehat. Zudem unterscheiden sich Linien- und Projektmanagement, sodass eine Spezialisierung Vorteile bringt. Ab einem Projektumfang von ca. 100 Personentagen Umsetzungsaufwand empfiehlt sich ein Vollzeitprojektleiter. Ab 500 bis 1.000 Personentage ist ein Manager zu empfehlen, der sich auf die Leitung von Projekten spezialisiert hat.

agile organisation

Ist klassisches Projektmanagement wirklich schlechter?

Klassisches Projektmanagement geht davon aus, dass die zu erarbeitenden Ergebnisse bereits zum Projektbeginn mit hoher Genauigkeit bekannt und planbar sind. Das gilt auch für die anzuwendende Vorgehensweise und zweckmäßige Methoden. Das Entwicklungs- beziehungsweise Projektteam genießt demnach weniger Freiheiten und ist an verbindliche Eckpfeiler und eine strikte Planung mit einem definierten Ziel gebunden. Vielerseits wurde klassisches Projektmanagement daher durch agile und somit flexiblere Methoden, Frameworks und Prozesse – allen voran Scrum – ersetzt. Zu Unrecht, denn eines sollten Sie sich diesbezüglich merken: Sowohl klassisches als auch agiles Projektmanagement hat seine Vorteile und Nachteile. Keine der beiden Arten ist  pauschal gesehen besser oder schlechter. Es kommt vielmehr auf die Situation und den Projekttyp an, welche der beiden Projektmanagement-Ansätze besser oder schlechter beziehungsweise insgesamt passender ist.

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