Ist Kanban besser als andere Projektmanagement-Methoden?

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Sie Kanban nur da einsetzen sollten, wo es tatsächlich passt. Analog zu den anderen Projektmanagement-Methoden ist Kanban per se weder besser noch schlechter. Es passt exzellent, wenn sich die Aufgaben ideal in eine Sequenz aus einzelnen Prozessen zerlegen lassen, aber gleichzeitig eine flexible Priorisierung brauchen. Somit steht Kanban genau zwischen dem agilen und dem klassischen Projektmanagement. Die planungsintensive Initialisierungsphase, die stark ans klassische Projektmanagement angelehnt ist, ist bei dieser Betrachtung außen vor gelassen, da sie originär nicht zum Kanban-Prozess gehört.

Kanban passt nicht, wenn das Projekt mit Blick auf das Vorgehen und die zu erarbeitenden Ergebnisse sehr gut im Voraus planbar ist. In dem Falle sollten Sie sich für rein klassisches Projektmanagement, beispielsweise mit PMI© oder Prince2©, entscheiden. Die Arbeitsgeschwindigkeit und die Passgenauigkeit der Ergebnisse sind höher, während die Gesamtkosten typischerweise geringer als bei Kanban und agilen Methoden sind. Sofern sich rein agile Methoden eignen, weil kaum Planbarkeit vorliegt, ist Kanban ebenfalls nicht geeignet. Hier wäre Kanban wiederum ein zu starrer Rahmen für  die Projektdurchführung. Gegebenenfalls kann es aber eine zusätzlich einzusetzende Methode („Untermethode“) darstellen, um einzelne Aufgaben zu managen, während Sie etwa Scrum als Framework einsetzen.

Implementieren Sie Kanban gegebenenfalls erst später als Nachfolger einer agilen Methodik. Meist stellt sich erst während der Projektarbeit heraus, wie es um die Kundenpräferenzen und die Zahlungsbereitschaften des Marktes steht, wo technische Fallstricke lauern und wie die optimale Vorgehensweise zur Weiterentwicklung aussieht. Es ist keinesfalls unüblich, dass man zunächst rein agil an ein Projekt herangeht und später dann zu Kanban wechselt.

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