Welche Designprinzipien und Grundwerte gelten bei agilen Organisationen?

Auch wenn sie agil arbeiten, lassen sich agile Organisationen nicht „einfach so zusammenwürfeln“. Ihre Grundlage besteht immer aus drei Designprinzipien sowie mehreren Grundwerten, die stets zu wahren sind. Die Designprinzipien umfassen, dass jede Organisationseinheit ein verwertbares Produkt oder einen verwertbaren Service erstellt, cross-funktional arbeitet und das „End-to-End-Prinzip“ umsetzt. Das Wertesystem beinhaltet wiederum sechs zentrale Werte, die jeder Mitarbeiter in den Organisationseinheiten leben muss.

Designprinzipien

Kernergebnisse bei allen Organisationseinheiten

Eine Einheit in der agilen Organisation erstellt einen unmittelbar konsumierbaren Service oder ein unmittelbar konsumierbares Produkt. Services und Produkte werden typischerweise am Markt angeboten. Natürlich gibt es aber auch Einheiten, die nur interne Services und gegebenenfalls auch interne Produkte bereitstellen. Beispiele dafür sind häufig die Abteilungen IT, Personal und Rechnungswesen. Vielleicht mag Ihnen der Gedanke, dass die Personalabteilung einen Service bereitstellt, abstrakt vorkommen. Doch am Ende ist es ein Service, wenn die Personalabteilung qualifizierte Mitarbeiter/innen einstellt, welche die Teams anfordern. Oder wenn das Rechnungswesen sich darum kümmert, dass den Clustern zu den erforderlichen Zeitpunkten adäquate finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.

Cross-Funktionalität

Eine agile Organisationseinheit muss stets in der Lage sein, seine Produkte und Services selbstständig und autark herzustellen. Sie sollte nie auf den Input aus anderen Teams angewiesen sein. Das heißt, dass jede Organisationseinheit alle relevanten Rollen braucht, die es zur Herstellung eines Produkts oder eines Services braucht.

End-to-End-Prinzip

Die Organisationseinheiten kümmern sich nicht nur um den Betrieb bestimmter Services und Produkte, sondern auch um deren Neuentwicklung. Das heißt, die Organisationseinheiten arbeiten intern ganzheitlich von der Entstehung eines neuen Produkts bis zum Betrieb. Durch die Neuentwicklung von Produkten und Services gibt es eine enge Schnittstelle zwischen agilen Organisationen und dem Projektmanagement. Es liegt nahe, dass sich agile Organisationen Methodiken des agilen Projektmanagements bedienen. Das ist jedoch nicht zwingend der Fall. Agile Organisationen können auch ein klassisches Projektmanagement durchführen, sofern die zu entwickelnden Produkte und Services eine hohe Planbarkeit aufweisen und der Grad der internen und externen Unsicherheit gering ist.

Bedenken Sie hierneben, dass sich eine agile Organisation abseits der Designprinzipien stets sowohl auf die Projektaktivitäten als auch die Regelaktivitäten des Unternehmens bezieht. Hier lässt sich auch noch einmal ein deutlicher Unterschied zwischen Organisation und Projektmanagement erkennen. Eine Aussage wie „Meine agile Organisation basiert auf dem agilen Projektmanagementframework Scrum“ ist zu kurz gedacht, weil das Scrum-Framework ausschließlich für die Projektaktivitäten, aber nicht für die Regelaktivitäten des Unternehmens, konzipiert wurde.

Grundwerte

Das Wertesystem in agilen Organisationen weist einige typische Gemeinsamkeiten auf: So sollen sämtliche Mitarbeiter in allen Einheiten eine starke Autonomie und Selbstbestimmtheit aufweisen können, sich außerdem stark auf die gemeinsamen Unternehmensziele ausrichten. Das erfordert, dass alle Mitarbeiter hinter dem Unternehmen sowie seinen Produkten und Services stehen. Es braucht Respekt, Anerkennung und Motivation untereinander. Gemeinschaft geht vor Hierarchie. Und auch ist mit Herausforderungen zu rechnen, mit denen jeder einzelne umgehen muss. Es ist wichtig, dass die Bereitschaft da ist, Fehler zuzugeben und aus ihnen zu lernen. So kann auch der letzte Grundwert, die möglichst schnelle Marktreife bei allen zu erarbeitenden Produkten und Services, gewahrt werden.

Whatsapp

Aufbau
Führung ⮞